Digitalisierung

DFG-Projekte zur Digitalisierung chinesischer Handschriften und Drucke (2011-2015)

Zwischen 2011 und 2015 wurden die ältesten und wertvollsten, in einer Zeitspanne vom 7. bis zum 18. Jahrhundert entstandenen chinesischen Handschriften und Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek neu katalogisiert und vollständig digitalisiert. Dies geschah im Rahmen zweier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderter Projekte. Insgesamt wurden rund 12.000 gedruckte Bände und 630 Objekte in anderen Buchformen (Schriftrollen, Leporellobücher und Einblattmaterialien), viele von ihnen handschriftlicher Natur, bearbeitet. Dabei wurden insgesamt knapp 1,1 Mio. digitale Images produziert.

Bei der überwiegenden Zahl der bearbeiteten Titel handelt es sich um gedruckte Werke, genauer gesagt um Blockdrucke, und nicht um Handschriften. Dies erklärt sich aus der frühen Verbreitung des Buchdrucks in Ostasien: Die ältesten erhaltenen ostasiatischen Druckerzeugnisse datieren aus dem 8. und 9. Jahrhundert, bereits ab der Song-Zeit (960-1279) wurde diese Technik verbreitet eingesetzt.

DFG-Altsinica-Projekt I (2011-2013)

Das erste, zwischen 2011 und 2013 durchgeführte DFG-Projekt hatte vor 1650 entstandene chinesische Handschriften und Drucke zum Gegenstand.

Unter den ausgewählten Titeln befanden sich die rund 20 (die Datierung ist bei einigen von ihnen mit einem Fragezeichen versehen), teils unikalen Drucke aus den Dynastien Song (960-1279) und Yuan (1279-1368), die zu den wertvollsten Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek zählen. Bei der Mehrzahl der Drucke handelt es sich um buddhistische Texte, von denen viele aus frühen Ausgaben des buddhistischen Kanons stammen, die heute nicht mehr komplett vorhanden und von denen einzelne Teile über die ganze Welt verstreut sind. Im Zuge der Neukatalogisierung erfolgte eine Zuordnung der Texte zu den verschiedenen Kanonausgaben.

Bestandteil des Projekts waren darüber hinaus die über einhundert Drucke aus der Ming-Dynastie (1368-1644) aus dem Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek, die das breite Spektrum der reichen mingzeitlichen Druckgeschichte (Drucke kaiserlicher Prinzen, Druckprojekte über zwei Dynastien hinweg etc.) abdecken, sowie im qingzeitlichen China (1644-1911) entstandene Drucke westlicher Missionare, die mit ihren christlichen oder naturwissenschaftlichen Inhalten eine Besonderheit der chinesischen Buchgeschichte darstellen.

Unter den bearbeiteten Handschriften befanden sich die drei bereits erwähnten Schriftrollen aus Dunhuang aus der Tang-Zeit (618-907) und andere ikonographisch wie inhaltlich herausragende Stücke.

DFG-Altsinica-Projekt II (2013-2015)

Im Folgeprojekt wurden zwischen 2013 und 2015 überwiegend Drucke, die unter der Herrschaft der Qing-Kaiser Shunzhi (reg. 1644-1661), Kangxi (reg. 1662-1722), Yongzheng (reg. 1723-1735) und Qianlong (reg. 1736-1795) entstanden sind, d.h. aus der ersten Hälfte der Qing-Dynastie (1644-1911) datieren, sowie eine Reihe von qingzeitlichen Handschriften bearbeitet.

Die für das Projekt ausgewählten Titel spiegeln den Universalcharakter der Sammlung wider: Sie umfasst das Schrifttum der Elite (Hofdrucke, Drucke von Verwaltungseinheiten, bibliophile Privatdrucke etc.) genauso wie sogenannte Volks- oder Gebrauchsliteratur, darunter Romane und Erzählsammlungen, Singspiele und Theaterstücke, Almanache, Weissagebücher, Alltagsenzyklopädien, Medizinhandbücher, religiöse Traktate und Lernmaterialien für die kaiserlichen Beamtenprüfungen.

Bestandteil des Projekts waren außerdem mehrere verschiedene Ausgaben des Jieziyuan huazhuan 芥子園畫傳 („Malereihandbuch des Senfkorngartens“) und des Shizhuzhai shuhuapu 十竹斎書畫譜 („Kalligraphien und Bilder aus der Zehnbambushalle“) aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Bei diesen beiden Werken handelt es sich um berühmte Malereihandbücher und herausragende Werke des chinesischen Farbholzschnitts, von denen die Bayerische Staatsbibliothek einige sehr kunstvolle Exemplare besitzt.

Bearbeitet wurden außerdem auch rund 40 Handschriften, darunter kaiserliche Erlasse, Urkunden, Memorandenregister, die als Grundlage für die offizielle Geschichtsschreibung dienten, sowie im 18. und 19. Jahrhundert in China für den Export hergestellte Bilderalben und Malereien auf Pflanzenmarkpapier (sogenannte pith papers).

Ergebnisse

Die digitalisierten Werke werden in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) dauerhaft archiviert, im Open Access in lokalen (OPACplus der Bayerischen Staatsbibliothek), nationalen (Verbundkatalog Gateway Bayern) und internationalen Katalogen (WorldCat, Union Catalog of Chinese Rare Books der National Central Library, Taipei) und Portalen (Virtuellen Fachbibliothek Ost- und Südostasien CrossAsia, Europeana) zugänglich sowie über Suchmaschinen auffindbar gemacht und darüber hinaus auf dieser Website besonders materialadäquat präsentiert:

Viele der digitalisierten Schriftrollen und Leporellobücher sind sowohl in separate Einzelimages aufgeteilt als auch in einem Stück stufenlos zoombar darstellbar. In einer großen Zahl der digitalisierten Einzelbände sind wichtige Strukturmerkmale – u.a. Kapitelüberschriften bzw. -zählungen, Vor- und Nachworte, Abbildungen oder Besitzersiegel – als Sprungmarken erfasst, die einen komfortablen Zugriff auf strukturelle und inhaltliche Komponenten der digitalisierten Stücke zulassen. Diese Strukturdaten sind in die Suchfunktion eingebunden.

Digitalisierung in Zusammenarbeit mit Google

Seit 2013 stehen auf dieser Seite außerdem Schwarzweiß-Digitalisate chinesischer und japanischer Drucke des 17. bis 19. Jahrhunderts bereit, die im Rahmen der Public-Private-Partnership der Bayerischen Staatsbibliothek mit Google entstanden sind: insgesamt ca. 15.000 chinesische und ca. 2.000 japanische Bände.

Seit Ende 2017 können auf dieser Website der größte Teil des gedruckten, urheberrechtsfreien Sinica-Bestands (Erscheinungsjahr vor 1870) der Bayerischen Staatsbibliothek sowie eine beträchtliche Zahl chinesischer Handschriften Seite für Seite eingesehen werden, außerdem ein großer Teil des urheberrechtsfreien Japonica-Bestands und eine gewissen Anzahl koreanischer Titel. Damit ist eine der größten Altsinica-Sammlungen des europäischen Raumes weltweit online frei zugänglich. Insgesamt werden auf dieser Website über 2 Millionen Images präsentiert.

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